Hemeln ist ein kleiner Ort im Südzipfel des Landes Niedersachsen, der am rechten Ufer in einem mehrere Kilometer breiten Talkessel der Weser 11 Kilometer stromabwärts des Zusammenflusses von Werra und Fulda liegt, genau gegenüber dem hessischen Dorf Veckerhagen (Ortsteil der Gemeinde Reinhardshagen).

Im Zuge der Gebietsreform im Lande Niedersachsen hat Hemeln mit den Ortsteilen Glashütte und Bursfelde seine jahrhundertelange Selbstständigkeit aufgeben müssen und ist seit 1973 ein Ortsteil der Stadt Hann. Münden. Hemeln gehört zu den ältesten Dörfern der Gegend, der Frankenkaiser Ludwig der Fromme schenkte im Jahr 834 "Hemlion" dem Kloster Corvey. Jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Funde, die Hünenburg auf der Höhe des Bramwaldes, die Bramburg und das benachbarte Kloster Bursfelde weisen darauf hin, dass Hemeln in einem geschichtsträchtigen Raum liegt. Bemerkenswert ist der Bestand an Fachwerkhäusern im Ortskern mit zum teil beträchtlichem Alter. Vorherrschende Fachwerkhausform ist die klassische dreizonige Hausteilung des Wohn-Stall-Speicher-Hauses mit steilem hohem Dachraum, dessen ursprüngliche Nutzung noch an zahlreichen Bauten erkennbar ist.

Im ausgehenden Mittelalter war Hemeln eine der größten Siedlungen im Raum um Münden. So hatte Hemeln 1689 eine Einwohnerzahl von 453 Personen, im Jahre 1935 lebten 568 Menschen im Dorf, und heute zählt man knapp 1.000 Einwohner. Lebten früher die Einwohner vorwiegend von den Einkünften aus der Landwirtschaft, der Arbeit im Walde und den Einnahmen kleinerer Handwerksbetriebe, so hat sich dieses Bild in unseren Tagen wesentlich verschoben. Es gibt keinen Vollerwerbs-Landwirt mehr, und die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe ist auch rückläufig.

Als Familienbetriebe gibt es noch: einen SPAR-Laden, ein Elektrofachgeschäft, einen Schuster und einen Back-Shop mit Postagentur, drei Zimmereibetriebe, eine Tischlerei, einen Elektrofachbetrieb, ein Senioren- und Pflegeheim, einen Campingplatz mit Gastronomie und drei weitere Gaststätten. Ferner gibt es das Jugendheim des evangelischen Kirchenkreises, die Zweigstellen der Volksbank, der Kreis- und Stadtsparkasse und eine Ortsbücherei in den Räumen des Gemeindebüros.

Die ortsübliche Umgangssprache war bis vor ca. 60 Jahren das Plattdeutsch. Heute kann - bis auf einige Ausnahmen - nur noch die ältere Generation Niederdeutsch sprechen, und nur eine relativ geringe Anzahl von Einwohnern benutzt die altherkömmliche Mundart als tägliche Umgangssprache. 1935 sprachen 93 % aller Hemelnerinnen und Hemelner Plattdeutsch, 1975 43 % und 2000 noch 25 %. In der Grundschule lernen die Schüler eine Plattdeutsch-AG jedoch schon wieder die-se alte Umgangssprache. Hemeln hat nachweislich seit der Mitte des 17. Jahrhunderts eine eigene Schule besessen. Auch heute werden noch die 1. bis 4. Klasse in unserer Schule unterrichtet.

In unserem Kindergarten können ca. 40 Kinder in 2 Gruppen betreut werden.

Die Hemelner Marienkirche mit ihrem markanten Turm ist wenigstens 800 Jahre alt. Jahrhundertelang hatte Hemeln einen eigenen Pfarrer, doch heute erfolgt die pfarramtliche Betreuung der Kirchengemeinde Hemeln-Bursfelde von Gimte aus.

Schon lange vor dem Dreißigjährigen Krieg war Hemeln der Amtssitz des Försters. Noch heute befindet sich im Dorf ein staatliches Forstamt, das nach der Umstrukturierung der Landesforsten für 29 Betreuungsforsten verantwortlich ist. Auch der Naturpark hat seinen Sitz im Niedersächsischen Forstamt Bramwald.

Bereits seit über 650 Jahren ist Hemeln Fährstelle. Ende 2000 wurde eine neue Wagenfähre in Betrieb genommen.

Mehr als zwanzig Vereine, Verbände, Gremien, Parteien und Genossenschaften gestalten und unterstützen das kulturelle Leben in Hemeln. Das Vereinsleben spielt sich in den Gastwirtschaften, dem zu einer Festhalle umgebauten Dreschschuppen, der alten und der neuen Turnhalle, dem Schützenhaus, dem Feuerwehrgerätehaus, dem Reservistenheim und der Schule neben dem Anger ab.

Viele Attribute des ehemaligen reinen Dorfcharakters verschwinden leider immer mehr. Einer solchen Entwicklung versucht man mit den bundesweit durchgeführten Wettbewerben "Unser Dorf soll schöner werden" entgegenzuwirken. Hemeln hat sich mehrmals an Kreis-, Landes- und Bun-deswettbewerben beteiligt und 1983 auf Bundesebene eine Silbermedaille gewonnen. Der Höhe-punkt war jedoch die Verleihung der Goldplakette am 01.02.1990 in Berlin. Diese Wettbewerbe zeigten schon Früchte bei der Bewahrung der alten Bausubstanz und der Aufwertung des dörflichen Gemeinschaftslebens.

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Das Hemelner Wappen:

Ein goldenes Schildhaupt und darunter ein großes Feld in rot, in dem zwei silberne Pflugschare prangen, getrennt durch einen Abtsstab. Er erinnert an die für unseren Ort entscheidende Landwirtschaft, ferner an die Abhängigkeit vom Kloster Corvey, das bis in das vorige Jahrhundert das Patronatsrecht über die Hemelner Kirche besaß, und an das Kloster Bursfelde, dem die Hemelner Bauern vom 13. Jahrhundert bis 1836 den 10. Teil ihrer Ernte abzuliefern hatten.

Wanderkarten

Plan Hemeln