Pressebericht HNA 23.09.2020

Mittwoch, 23. September 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

De Ümmedrunk in Roathiuse

GESCHICHTEN AUF PLATT – Die Hochzeit

Wat was eck upjerejet- weii wolln an duisen Wiekenenne freijen. Niu was et sso weiit. Weii wolln ösek sso langsam mie uisen Truituijen – mein Broaer un mein Schwoger – up’n Wech moaken, domie weii bloat nich toa loate in Roathiuse ankumet.“Nix verchetten?“ froge eck meinen Mann, befur weii ösek in den chlänzenden Hochteidtswogen settet. „Nee,weii hoat alles. De Ringe sind doa un de Koarf fur’n Ümmedrunk stunt oak all in Kofferruume“ ssecht ha. Weii ssind denn oak pünktlich in Roathiuse anekum un de Standesbeamte hett ösek fründlich jechrüsset.

Niu was de Truizermonie vorbeii und weii würn jesetzlich Mann un Frue. Als de Standesbeamte un de Truituijen ösek alles Choate jewünschet harn, hett mein Mann de Inloadunge toam Ümmedrunk uitespruken. De Koarf stunt all doa, faan avjedecket mie en witten Dammastdooke. Mein Mann nümmt den Koarf, packet de Chläsere uit, gucket meck an un denn gucket ha toa mein Broaer.

Mein Broaer springet up un fix was ha wech dur de Dür. „Dat kann nich woar ssein, de Ssekt is nich in Koarf.. Dat fänget joa choat an“ denke eck. De Standesbeamte hett seck villichte jewundert, denn de Chläsere stun’n joa all up’n Dische. Ümme Teidt toa jewinn’n, hett mein Mann sseck wat mie üne ouver de choate Reede un dat historische Truizimmer in Roathiuse vertellt. Et würn kaane taan minuten verchoan, doa kamm mein Broaer mie de Ssektflaschen wier toar Dür rin. Man choat, datt me de Weinhandlunge in de Teigelstrooten kennt! Niu kunn’n weii up uise Ehechlücke drinken, de Ssekt was choat jekeult und schmeckede wunderboar.

Un als weii wier truhiuse in Hemmeln anekum ssind, stunt de Ssekt fur uise Truiunge noch in Keulschranke. Sso chaff et chleick noch en Ümmedrunk. Denn was joa oak boale Polteroabend un an nächsten Doge de kerkliche Truiunge un ne schöne Feijer mie achzich Chästen.

Joahre löter wurd eck öfter moal toam Ümmedrunk in dat Roathiuse inneloaen, ouver en Ümmedrunk in Standesamt chaff et nur aanmoal fur meck – dat was fur ouver virrzich Joahren!!

Irmtraut Gralla aus Hemeln – Foto: Andreas Noll/nh

Info: Haben auch Sie eine amüsante Situation erlebt, die sie auf Platt erzählen möchten? Dann schicken Sie sie an hann.muenden@hna.de oder per Post an Mündener Allgemeine, Kirchstraße 3, 34346 Hann. Münden.

Pressebericht HNA 07.09.2020

Montag, 7. September 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

“Mit Engagement und Fleiß”

NACHRUF – Feuerwehr trauert um Hemelner Heinrich Peters

Hemeln – Trauer herrscht bei der Feuerwehr und den Hemelner Vereinen, denn am 20. August verstarb überraschend Heinrich Peters, der in Feuerwehrkreisen auch weit über die Grenzen der Stadt und des Landkreises bekannt war.

Heinrich Peters ist am 20. August 2020 gestorben. Foto: Norbert Burkhardt/nh

1963 trat Heinrich Peters in die Freiwillige Feuerwehr Hemeln, zunächst als Zeugwart ein. Auf seine Mit-Initiative wurde im Oktober 1971 die Jugendfeuerwehr Hemeln gegründet. Peters übernahm das Amt des Jugendfeuerwehrwartes und übte dieses auf Ortsebene bis ins Jahr 1986 mit viel Engagement und Leidenschaft aus. Die Feuerwehrkameraden machen deutlich, dass Heinrich Peters die Jugendfeuerwehr und Feuerwehr Hemeln in besonderem Maße geprägt hat. Ohne sein Engagement und Fleiß, wäre diese nicht in diesem Maße gewachsen.

Zeitgleich zu den örtlichen Belangen hatte er die Aufgaben als Stadtjugendfeuerwehrwart übernommen, bis er 1987 die Geschicke der Kreisjugendfeuerwehr des Landkreises Göttingen für 16 Jahre leitete. Im Kreisfeuerwehrverband war Heinrich Peters ebenfalls 16 Jahre lang im Vorstand tätig. Hier wurde er im Jahre 2003 aus diesem Grunde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In Hemeln war er von 1983 bis 2001 als stellvertretender Ortsbrandmeister ehrenamtlich tätig.

Zusammen mit Erich Koch organisierte über viele Jahre hinweg den beliebten Volkslauf „Fest der Füße“. Weiterhin war Heinrich Peters im Freundschaftsclub Lindenbrüder aktiv. Hier war er Gründungsmitglied und Träger der „Diamantenen Vereinsnadel“. Im Jahr 2014 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Heinrich Peters stand bis zu seinem unerwarteten Tode immer als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite, der gerne sein über die vielen Jahrzehnte gesammeltes Wissen preisgab und immer im Sinne der Feuerwehr gehandelt hat.  zpy

Pressebericht HNA 22.08.2020

Samstag, 22. August 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Hemeln: Pläne für Wohngebiet liegen aus

Hemeln – Am Sandweg in Hemeln sollen laut Informationen der Stadt Hann. Münden acht bis zehn Baugrundstücke entstehen. Der Bebauungsplan Nummer 076 „Sandweg“ wird vom 31. August bis 2. Oktober im Verwaltungsgebäude, Böttcherstraße 2, und auf der Homepage der Stadt einsehbar sein, wie der Mitteilung zu entnehmen ist.

Das Neubaugebiet entsteht demnach an der Straße Sandweg am nordöstlichen Rand des Mündener Ortsteils. Im Westen wird das Gebiet vom Sandweg begrenzt, im Norden grenzt es an den Ginsterweg Nummer 67.

Das Gebiet umfasst eine Größe von etwa 0,97 Hektar. Insbesondere jungen Familien wolle man mit dem Wohnangebot das Bleiben ermöglichen, so die Stadt.

Die Unterlagen können auch während der Dienststunden im Verwaltungsgebäude, Böttcherstraße 3, 2. Stock, Zimmer 208/209, Fachdienst Stadtplanung und Fachdienst Umwelt, nach telefonischer Vereinbarung eingesehen werden.

Der Fachdienst Stadtplanung gibt die Möglichkeit, sich unabhängig von der Frist über das Vorhaben zu informieren. Stellungnahmen können während der Auslegungszeit schriftlich oder zur Niederschrift bei der Stadt vorgebracht werden. Nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen werden bei der Beschlussfassung nicht berücksichtigt.  kim

hann.muenden.de

Pressebericht HNA 22.08.2020

Samstag, 22. August 2020, Mündener Allgemeine / Titelseite & Lokales

Nach Rettungsaktion: Minischwein Moses hat ein neues Zuhause gefunden

Foto: Theresa Lippe

Das etwa zwölf Wochen alte, rosafarbene Minischwein Moses wurde vergangene Woche von seinen Besitzern im Schedetal in einem Karton ausgesetzt. Der Tierschutzverein Hann. Münden hat das kleine Ferkel in einer knapp 90-minütigen Rettungsaktion nahe der Bundesstraße 3 auf Höhe der Klusteichen eingefangen. Das Ferkel ist kastriert, trägt keine Ohrmarke und hat keine Angst vor Menschen. Die neue Besitzerin geht deshalb davon aus, dass das Tier von einem Züchter stammt und seine Vorbesitzer ihn wie einen Hund im Haus halten wollten. Im Garten eines Bauernhofs in Hemeln hat Moses nun ein neues, artgerechtes Zuhause gefunden. tli

Minischwein Moses hat ein neues Zuhause

Zwölf Wochen altes Ferkel wurde im Schedetal ausgesetzt und vom Tierschutzverein gerettet

VON THERESA LIPPE

Happy End in Hemeln: Minischwein Moses hat auf dem Bauernhof bei Sarah Osenbrück in Hemeln ein neues, artgerechtes Zuhause gefunden. Foto: Theresa Lippe

Hemeln/Schedetal – „Ein Schwein allein im Wald“. So beschreibt Nicole Herthum vom Tierschutzverein Hann. Münden die prekäre Situation, in der sich ein Minischwein vorige Woche im Schedetal befand.

Moses, so wurde das kleine, etwa zwölf Wochen alte Ferkel inzwischen getauft, wurde von seinen Besitzern in einem Karton im Schedetal ausgesetzt. Donnerstag vor einer Woche wurde es nahe der Klusteiche gesichtet. Durch eine Meldung im sozialen Netzwerk Facebook wurde der Tierschutzverein Hann. Münden auf das Minischwein aufmerksam und rückte gegen 17 Uhr zur „schwierigen Einfangaktion“ aus, berichtet Herthum.

Nicole Herthum, Vorsitzende des Tierschutzvereins Münden, beschreibt die Rettungsaktion im Schedetal: Rund anderthalb Stunden habe es gedauert, das Tier einzufangen. „Zu unserem Entsetzen lief das Ferkel bereits an der verkehrsreichen B 3 herum.“

Mit vereinten Kräften, drei Bananen und einer Handvoll gespendeter Johannisbeeren eines Radfahrers ließ sich Moses schlussendlich unter lautem Quieken einfangen. „Kaum saß er in der Box, mampfte er glücklich weiter seine Bananen“, so Herthum.

Zunächst herrschte Unklarheit, ob das Schweinchen entlaufen war oder ausgesetzt worden sei, erklärt sie. „Aber es trägt keine Ohrmarke. Und nach zahlreichen Telefonaten war klar, dass jemand das Tier ausgesetzt haben muss.“

Bereits Donnerstagabend fand Moses sein neues Zuhause: Sarah Osenbrück nahm das kleine Ferkel auf. Sie und ihr Mann betreiben einen Bauernhof in Hemeln. „Wir haben den Kleinen Moses getauft, der wurde schließlich auch ausgesetzt“, erklärt Sarah Osenbrück die Namensgebung. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen. Direkt hätte sie gewusst, dass sie das Minischwein nicht nur übergangsweise zur Pflege aufnehmen würde, sondern ihm ein dauerhaftes Zuhause geben wollte.

„Das Tier ist kastriert und hat keine Angst vor Menschen, ich gehe davon aus, dass es von einem Züchter stammt und die Besitzer ihn als Haustier halten wollten“, sagt sie. Doch ein Schwein sei eben kein Hund. „Vermutlich haben sie das schnell gemerkt und ihn dann einfach ausgesetzt.“ Moses hatte Sonnenbrand, ein paar Kratzer an seinem Bauch und etwa 40 Zecken, die Sarah Osenbrück alle entfernt hat: „Ansonsten ging es ihm aber gut, er war nicht abgemagert“, sagt sie.

Die Frau aus Hemeln hat Erfahrung in der Haltung von Minischweinen. In ihrem Garten leben bereits die Schweine-Schwestern Elli und Ulla. Die beiden sind bereits vier Jahre alt und ausgewachsen: „Moses ist noch zu klein, um im selben Gehege zu wohnen“, erklärt sie die abgetrennten Bereiche. Häuschen, Planschbecken, Sonnensegel und eine Matschecke zum Suhlen hat das Ferkel jetzt zur freien Verfügung – Moses geht es bei Sarah Osenbrück sau gut.

Für Minischwein Moses gab es also ein Happy End: Er darf für den Rest seines Lebens auf dem Bauernhof der Familie Osenbrück leben. Zwar sei relativ eindeutig, dass Moses ein Minischwein sei, aber selbst wenn er sich irgendwann als Mastschwein entpuppen sollte, „geschlachtet wird Moses auf keinen Fall“, versichert Sarah Osenbrück.

Minischwein Moses freut sich über seine Leibspeise Weintrauben. Dafür klettert er sogar der Volontärin aufs Knie. Foto: Theresa Lippe

Pressebericht HNA 20.08.2020

Donnerstag, 20. August 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Musik vom Kollektiv

Anmeldung bis 22. August: Konzert am Sonntag im Liederhof

Duo Klas­sick mit Mal­te Me­kif­fer (Kla­vier) und Na­than Lan­ge (Flö­te) spielt in Hemeln. Fo­to: Wolf­ram Frei­ling/nh

Hemeln – Das Haus am Walde Kollektiv (HAWK) aus Bad Arolsen gastiert am Sonntag, 23. August, ab 17 Uhr im Liederhof in Hemeln, Trift 24.

Als „Duo Klassick“ präsentieren sie am Sonntag auf Einladung des Vereins Kul-Türchen im Liederhof ein Cross-over-Programm, mit eigenwilligen Interpretationen von Komponisten wie Fréderic Chopin, Sergej Prokofiev, und Johann Nepomuk Hummel, so heißt es in der Einladung. Die Veranstalter versprechen ein musikalisch-aufregendes Erlebnis. Das Programm dauert eine gute Stunde, teilt Peter Leppin, Vorsitzender des Vereins mit.

Zu dem Kollektiv HAWK heißt es vom Verein, dass die jungen Musiker zusammen unter einem Dach in den Wäldern Nordhessens wohnen würden. Zu ihrer musikalischen Bandbreite zählten Barock und Klassik. Dazu kommen Klezmer und Hip-Hop bis hin zu Ragtimes.

Beim Konzert werden die aktuellen Corona-Regeln geachtet und es findet im Freien und nur bei trockenem Wetter statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Künstler wird gebeten. Ein Besuch ist nur mit Anmeldung möglich, da nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen. Anmeldungen werden bis Samstag, 22. August, 14 Uhr, erbeten unter Tel. 0 55 44/2 67 98 35.  sta

Pressebericht HNA 13.08.2020

Donnerstag, 13. August 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

„Ein klarer Wettbewerbsnachteil“

Der Fußballförderverein Hemeln fordert den Bau eines Kunstrasenplatzes

Der Fußballförderverein Hemeln fordert den Bau eines Kunstrasenplatzes
Wünschen sich einen Kunstrasenplatz: Heiko Beuermann (von links), Nikolas Grimme (Kassenwart), Peter Schucht, Thomas Baake (erster Vorsitzender), Sebastian Kühne, Helmut Brossok, Michael Rudolph (Schriftführer), Philipp Pape (Beisitzer), Günter Schäfer (Ehrenmitglied), Monika Gronemann, Tobias Kühne (Spartenleiter Fußball des TSV „Jahn“ Hemeln) und Arnd Rode. Nicht auf dem Foto befindet sich Martin Neumann (Beisitzer). Foto: Martin Neumann/NH

Hemeln – „Braucht Hann. Münden einen Kunstrasenplatz?“ – diese Fragen stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Fußballfördervereins Hemeln (FFVH), zu der vor Kurzem auf dem Sportplatz eingeladen wurde.

Die 13 anwesenden Vereinsmitglieder waren sich einig, dass das Fehlen eines Kunstrasenplatzes ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber den Mannschaften aus Göttingen und dem Umland sowie aus dem Eichsfelder und Harzer Bereich sei, da diese so einen Untergrund bereits nutzen könnten. Der Grund: Auf solch einem Platz könne ganzjährig und witterungsunabhängig dem Trainings- sowie Punktspielbetrieb nachgegangen werden. Es gebe damit eine Schieflage in Bezug auf die vorhandenen Kunstrasenplätze zu Ungunsten des südlichen Kreisgebietes.

So sehe der Förderverein laut Mitteilung dringenden Handlungsbedarf und fordert, die Stadt Hann. Münden dazu auf, einen Kunstrasenplatz in zentraler Lage – wie zum Beispiel auf dem Rattwerder – zu planen, es werde vom Verein als eins der wichtigsten zukünftigen sportpolitischen Ziele der Kommune angesehen. Der Platz solle dann allen in fußballspielenden Sportvereinen aus der Kernstadt und den Ortsteilen zur Verfügung stehen. Die Mitglieder des Fußballfördervereins schlagen den Entscheidungsträgern vor, mögliche Fördertöpfe auf Kreis-, Landes-, Bundes- und Europaebenen zu prüfen, sowie zu privaten Spenden aufzurufen, damit trotz „vorhandener kommunaler Verschuldung ein Kunstrasenplatz in Hann. Münden dennoch realisiert werden kann.“

Vorstandsmitglied Michael Rudolph stellte dazu fest, dass ein „Hand in Hand“ im Zusammenspiel von Stadtverwaltung, Rat und den fußballspielenden Vereinen nötig sei. Im Verlauf der Jahreshauptversammlung bedankte sich Vorsitzender Thomas Baake bei seinen Vorstandskollegen für die gute Zusammenarbeit, die aufgrund der aktuellen Situation im vergangenen halben Jahr hauptsächlich über das Telefon und die Sozialen Medien ablief.

Darüber hinaus ging sein Dank an die Vereinsmitglieder die durch ihre Mitgliedschaft und den damit verbundenen Beiträgen dabei helfen, den Fußballsport in Hemeln zu unterstützen. Ein besondereres Lob ging dabei an Philipp Pape, der die vereinseigene Kleinfeldbande bei sich zu Hause eingelagert hat. Er wurde zudem für den kurzfristig aus dem Vorstand ausgeschiedenen Beisitzer Matthes Wolff einstimmig als neuer Beisitzer bis zu den satzungsgemäß anstehenden Neuwahlen nachgewählt. meb

Pressebericht HNA 10.08.2020

Montag, 10. August 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Einkehr am Weser-Radweg

GESCHICHTEN AUS DEM GASTHAUS – Die Klostermühle Bursfelde zieht Ausflügler an

VON PER SCHRÖTER

Inhaber Thomas Elmers hat dem Gasthaus Zur Klostermühle in den vergangenen 20 Jahren seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt. Fotos: Per Schröter

Bursfelde – Wer im Niemetal unterwegs ist und richtig gut essen gehen will, der kommt am Gasthaus „Zur Klostermühle“ in Bursfelde nicht vorbei. Dabei ist es nicht nur die exzellente Küche, die Einheimische und Ausflügler gleichermaßen anlockt, sondern auch die exponierte Lage direkt an der Weser.

Bereits 1899 erbaut, diente das rote Backsteingebäude zunächst dem gegenüberliegenden Klostergut als Kornmühle. Das Mühlrad, mit dem das in der Klosterbachstube verwendete Korn gemahlen wurde und von dem heute nichts mehr zu sehen ist, wurde von einem Nebenarm der Nieme angetrieben.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Mühle nicht mehr gebraucht und ab etwa 1920 hielt die Gastronomie Einzug in das Gebäude, das dann viele Jahrzehnte auch als Poststelle für das heute gerade einmal 40 Einwohner zählende Dörfchen diente.

1997 übernahm Thomas Elmers die Regie in der Klostermühle. „Damals habe ich noch studiert, war nebenbei in der Gastronomie tätig und in Göttingen Geschäftsführer eines Restaurants, das vor allem im Winter gut lief“, erzählt er. Auf der Suche nach einem zweiten Objekt, mit dem man in den Sommermonaten Geld verdienen konnte, seien er und sein damaliger Geschäftspartner auf die zuvor seit einem Dreivierteljahr leer stehende Klostermühle gestoßen.

Sie schlugen zu, zerstritten sich aber wenig später und gingen fortan getrennte Wege. Elmers blieb in Bursfelde und machte die Klostermühle alleine zu dem, was sie heute ist.

„Auch wenn wir ziemlich weit ab vom Schuss liegen, war mir eines von vornherein klar: Hier direkt an der Weser und am Weser-Radweg im Sommer die Terrasse voll zu bekommen, ist kein Kunststück“, sagt Thomas Elmers. Dafür würde es allein schon reichen, Kaffee, Kuchen und eine gute Currywurst mit Pommes anzubieten. Kopfzerbrechen habe ihm jedoch die kalte Jahreszeit bereitet. „Wenn man sich da nichts einfallen lässt, würde man hier stehen und nichts würde sich bewegen“, sagt er. Also musste die Speisekarte anders sein als in einem gewöhnlichen Landgasthaus. „In der ersten Zeit haben wir mit Spezialitätenwochen gearbeitet und in der Vorweihnachtszeit unsere inzwischen weithin bekannte halbe Ente angeboten“, erzählt der 52-Jährige.

Das rote Backsteingebäude war einst als Kornmühle für das gegenüberliegende Klostergut Bursfelde gebaut worden. Es liegt zwischen Glashütte und Oedelsheim.

Sei die Speisekarte anfangs noch „eher rustikal“ ausgerichtet gewesen, mutet sie inzwischen beinahe schon exotisch an. Von der asiatischen Currysuppe über gebackene Schafskäseröllchen und gefüllte Reispapiertaschen bis zum vegetarischen Tempeh-Burger ist hier für Freunde der ausgefallenen Küche alles dabei.

Currywurst, Holzfällersteak, Wildschweinbraten, diverse Schnitzelgerichte und andere Klassiker sorgen dafür, dass wirklich für jeden Gaumen etwas dabei ist. Und dabei versuche man, „wo immer es geht“ regionale und sogar bio-zertifizierte Produkte zu verwenden.

Damit es im Service rund läuft und die Gäste nicht allzu lange auf ihr Essen warten müssen (immerhin bietet die Klostermühle drinnen wie draußen jeweils rund 100 Plätze), beschäftigt Thomas Elmers ein ungewöhnlich großes Team von vier festangestellten Köchen, zwei festangestellten Servicekräften und zahlreichen Aushilfen. „Ich habe festgestellt, dass es einfach viel besser funktioniert, je mehr Menschen arbeiten“, sagt er.

Elmers selbst ist in der Klostermühle der „Hansdampf in allen Gassen“. Neben seiner Haupttätigkeit als Geschäftsführer mit den damit verbundenen Büroarbeiten ist er auch Hausmeister und hilft bei Bedarf in der Küche, hinter der Theke und auch im Service aus.

„Ich habe vor, das so lange zu machen, wie es mir noch Spaß macht“, sagt Elmers. Und dass er den hat, merkt man dem Klostermühlen-Chef deutlich an.

klostermuehle-bursfelde.de

Pressebericht HNA 25.07.2020

Samstag, 25. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Titelseite

Neue Serie: Gasthäuser im Altkreis Münden

Foto: Thomas Schlenz

Wenn draußen die Sonne scheint, ist es eines der Top-Ausflugsziele im Altkreis: das Gasthaus „Zur Fähre“ im Mündener Ortsteil Hemeln. Rad- und Motorradfahrer aus nah und fern geben sich auf der von alten Bäumen geschützten Terrasse mit Blick auf die Weserfähre nach Veckerhagen ein Stelldichein. Obwohl immer mehr Dorfgaststätten in Deutschland aufgeben, gehört ein Gasthaus nach wie vor fest zum Ortsbild vieler Dörfer in der Region. Aus diesem Grund haben wir einige der Gasthäuser im Altkreis besucht und stellen sie in loser Folge vor. Den Auftakt macht das Gasthaus „Zur Fähre“ in Hemeln (hinten rechts im Bild). tsz

Samstag, 25. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Das lauschige Plätzchen am Fluss

GESCHICHTEN AUS DEM GASTHAUS – Zur Fähre in Hemeln

VON THOMAS SCHLENZ

Führt den Betrieb in dritter Generation: Andreas Bohle vor dem Eingang des Gasthauses „Zur Fähre“ in Hemeln. Foto: Thomas Schlenz

Gasthäuser gehören zum Bild eines Dorfes dazu. Und doch sinkt die Zahl der Gaststätten im Land. In loser Folge stellen wir Gasthäuser aus dem Altkreis Münden vor. Heute: Zur Fähre in Hemeln.

Hemeln – An der schmalen Straße zur Weserfähre nach Veckerhagen steht ein altes Fachwerkhaus. „Zur Fähre“ heißt es dort schlicht in Frakturschrift über dem Eingang. Durch eine wuchtige Tür geht es hinein. Rechter Hand öffnet sich die Gaststube.

Mit den dunklen Holzmöbeln wirkt es fast, als sei hier die Zeit stehen geblieben. Gedanken an lange Kneipenabende, an lustige Gespräche und Geselligkeit werden wach. „Was darf es sein?“, fragt Andreas Bohle hinter dem Tresen.

Der 51-Jährige führt die Gaststätte bereits in dritter Generation. „Der Großvater hat das Haus 1933 gekauft“, erzählt Bohle stolz. Eigentlich habe er selbst gar nicht Gastwirt werden wollen, gesteht Bohle. „Ich bin als Kind da reingewachsen, habe Eis verkauft, das es damals nur in den Gasthäusern gab, Geschirr gespült.“ Später, als Jugendlicher, kam die Zubereitung von Eierspeisen und des Strammen Max, eine Spezialität des Hauses, hinzu.

Wer in dieser Gaststätte einkehrt, erwartet keinen Schnickschnack. „Bei uns finden alle etwas, auch Menschen, die nicht so viel Geld haben“, betont Bohle. Getränke und Essen in einer urigen Kulisse zu bezahlbaren Preisen: Gäbe es das Idealbild eines typischen Gasthauses nicht, dann würde man hier fündig werden. Und das kommt an: An schönen Sommertagen ist die Terrasse unter dem alten Baumbestand mit Blick auf die Weserfähre voll besetzt. „Viele Motorradfahrer, aber auch immer mehr Radfahrer, die auf dem Weserradweg unterwegs sind, kehren bei uns ein“, sagt Andreas Bohle. Aktuell helfen ihm zwei Festangestellte und sechs bis sieben Aushilfskräfte.

Früher war das Gasthaus insbesondere bei Studenten sehr beliebt, sogar Altkanzler Gerhard Schröder, bekannter Absolvent der Göttinger Universität, soll hier regelmäßig eingekehrt sein, erzählt man sich. Für die Dorfbewohner Hemelns dient das Gasthaus heute noch als beliebter Treffpunkt: Skat- und Doppelkopfspieler sind hier noch nicht ausgestorben, auch wenn die Zahl der Kartenspieler gesunken ist. Vor allem im Winter finden auch kleinere Vereinsfeiern statt: „Der Männergesangverein wurde 1860 hier gegründet, demnach muss es schon vor der Übernahme durch die Großeltern ein Gasthaus gegeben haben“, sagt Bohle, der schätzt, dass das Haus um 1750 erbaut wurde.

Da es sich um das am tiefsten gelegene Haus im Dorf handele, sei es dreimal vom Hochwasser heimgesucht worden. Wie andere Gastwirte auf dem Dorf habe die Familie früher auch von der Landwirtschaft gelebt, erzählt Bohle. Im Laufe der Jahre sei die aber immer unwichtiger geworden und zugunsten der Gastwirtschaft zurückgetreten, bis man sie ganz aufgegeben habe.

Die Corona-Pandemie ist am Gasthaus „Zur Fähre“ nicht vorübergegangen: „Wir haben am 20. März die letzten drei Stammgäste nach Hause geschickt und dann am 11. Mai wieder aufgemacht“, erklärt Andreas Bohle. Während andere Restaurants einen Lieferservice einrichteten, verzichtete Bohle darauf. „Das hätte sich nicht rentiert“, sagt er. Da seine Terrasse viel Platz bietet, hat er mit den notwendigen Abständen bisher wenig Probleme. So kann man es wieder genießen, das lauschige Plätzchen am Fluss.