Pressebericht HNA 20.07.2021

Dienstag, 20. Juli 2021, Mündener Allgemeine / Titelseite

Vielflieger zu Gast in Hemeln

Foto: Katja Gundlich

„..mit vollem Mund auf dem Stoppelfeld ist es gar nicht so einfach“, schrieb HNA-Leserin Katja Gundlich zu diesem Bild. Sie fotografierte einen Storch, der grade auf einem Stoppelfeld bei Hemeln landete. Den Schnabel voller Zweige. Noch ein paar Wochen lang lassen sich die Störche bei uns in der Region beobachten. Im August werden sie zu ihrer Reise ins Winterquartier nach Afrika aufbrechen. Störche sind echte Vielflieger: Jedes Jahr legen sie auf ihrer Reise bis zu 10 000 Kilometer zurück. Im April werden sie dann wieder kommen, um den Sommer hier zu verbringen und ihre Jungen groß zu ziehen. eck

Kul-Türchen: Das „Ensemble Phantastique“ kommt wieder! Am Sonntag, 11. Juli 2021

Liebe Freundinnen und Freunde vom „Kul-Türchen im Liederhof Hemeln“!

Schon am kommenden Sonntag (11. Juli 2021, um 15 Uhr) gastiert bei uns auf dem Liederhof das „Ensemble Phantastique“ aus dem Südharz, das im vergangenen Jahr zu Pfingsten ein in der Tat fantastisches Konzert gegeben hat,- coronabedingt im Hotel Peters, drüben in Veckerhagen!
Isabel Schäfer (Piano, Gesang), Dr. Stefan Kienzle (Saxophon Klarinette) und Jörg Roos (Kontrabass) präsentieren in ihrem Programm Chansons, ein wenig Klezmer und beliebte Oldies, die den Alltag vergessen lassen und viele Erinnerungen wecken, an die „gute, alte Zeit“. Ein echter Grund zur Freude!  (Auch für die Musiker – es wird ihr erster Auftritt nach der Pandemie sein.)

Da aber Corona immer noch für kulturelle Ereignisse Grenzen setzt, findet das Konzert unter Auflagen statt: Abstand, Anmeldeliste, Maske bis zum Sitzplatz. Dringend notwendig ist Ihre Anmeldung (Telefon: 05544/2679 835, oder per Email: gabrieleppin@gmx.de) bis zum 9. Juli 2021, damit wir diese Veranstaltung gut und sicher vorbereiten können. Die Anzahl der Sitzplätze ist beschränkt!

Wieder ist der Eintritt kostenlos (um Spenden wird gebeten), wieder gibt es ein kleines Angebot an Snacks und Getränken (ebenfalls gegen Spende), und wieder dauert das Programm (mit Pause) eine gute Stunde und findet im Freien statt. Bitte bringen Sie sich entsprechende Kleidung mit.

Wir freuen uns sehr auf Sie! Endlich dürfen wir wieder ;-)) !

Herzliche Grüße von Peter und Gabi Leppin, vom „Kul-Türchen im Liederhof“

Pressebericht HNA 05.07.2021

Montag, 5. Juli 2021, Mündener Allgemeine / Lokales

Kirmes in Hemeln fällt wieder aus

Musikexpress zieht mit Gesundheitsspielen durch das Dorf

Die Sektbar bleibt dunkel: Auch dieses Jahr muss die Kirmes in Hemeln ausfallen. Foto: Alfred Urhahn/nh

Hemeln – Auch in diesem Jahr muss die traditionelle Kirmes im Hann. Mündener Ortsteil Hemeln ausfallen. Das teilte Hemelns Ortsbürgermeister Alfred Urhahn mit. Geplant war das Fest für das Wochenende 9. bis 12. Juli. Es wird auch 2021 „keine Sektbar, kein Lederhosenexpress“ geben. Trotzdem wird der Musikexpress am Sonntag, 11. Juli, zu einem Gesundheitsspielen durch das Dorf ziehen, so der Ortsbürgermeister weiter.

Zudem werden die Bewohner wieder gebeten am Kirmeswochenende die „Hemelnfahnen“ zu hissen. 2020 habe dies für eine „tolle Resonanz“ im Ort gesorgt, schreib Alfred Urhahn in einer Mitteilung. jed

Pressebericht HNA 02.07.2021

Freitag, 2. Juli 2021, Mündener Allgemeine / Sport

Hemelns Rekord an der Pfeife

TSV Jahn freut sich über Zuwachs im Schiedsrichter-Team

VON MANUEL BRANDENSTEIN

Hemeln – So einfach darf es auch mal gehen: Während die meisten Fußballvereine händeringend nach Schiedsrichtern suchen, ist der TSV Jahn Hemeln mittlerweile rekordverdächtig mit den Männern an der Pfeife ausgestattet. Gleich fünf von ihnen werden in der neuen Saison für den Klub vom Lohberg Spiele leiten.

Fußball-Schiedsrichter TSV Hemeln 2021, von links Mark Böttner, Christian Schläger, Stefan Mildner und Arnd Rode. Nicht auf dem Bild: Markus Obermann.

Mark Böttner kam im vergangenen Herbst auf eine seltene Idee. Der Bührener spielt seit dreieinhalb Jahren für den eigentlich recht ungeliebten Nachbarn in Hemeln und war dankbar, so gut aufgenommen worden zu sein. Im vergangenen Herbst sprach er den TSV einfach mal an, ob er nicht am nächsten Schiedsrichterlehrgang teilnehmen könne. „Es gibt doch kaum Nachwuchs und damit selbstständige Vereine weiter existieren können, benötigen sie eben auch Schiedsrichter“, beschreibt der 35-Jährige seine Motivation. Vor 18 Jahren leitete der dreifache Familienvater schon einmal Jugendspiele. Wo er nun eingesetzt wird, steht noch nicht fest. Seine Frau meinte: „Mach doch!“ Und so ging es zum Kurs. Überhaupt probiert Böttner gern mal etwas Neues aus. Beruflich als „Fachberater für die Gemeinschaftsverpflegung“ unterwegs (beispielsweise in Krankenhäusern) hat er eine Weiterbildung zum sogenannten Fisch-Sommelier begonnen. Einfach, um für seine Kunden noch besser informiert zu sein.

Jahn Hemelns Schiedsrichter-Obmann Arnd Rode erfreut das Engagement des neuen Mitstreiters. Fünf Männer an der Pfeife habe es beim TSV Jahn noch nie gegeben. Vor Jahren drohte dem Verein aufgrund zu weniger Unparteiischer eine Strafzahlung an den Verband. Damals konnte Rode, neben dem damals lediglich Markus Obermann als Schiedsrichter-Assistent aktiv war, Stefan Mildner (50) aus Groß Ellershausen zum TSV lotsen. Fünfter Mann im Team der „Schwarzkittel“ ist Christian Schläger. Der 40-Jährige leitet mittlerweile als einziger beim TSV Kreisligaspiele und begann an der Pfeife bereits mit zwölf Jahren in seiner Heimat Wismar. „Damals habe ich mich als Jugendspieler mal tierisch über einen Schiedsrichter aufgeregt. Mein Vater, der auch mein Trainer war, nahm mich daraufhin vom Feld und meinte, dass es wohl ganz gut wäre, wenn ich selbst einen Schiedsrichterlehrgang besuchen würde.“ Damit wuchs das Verständnis für die herausfordernde Aufgabe und auch die Freude, um bis heute auf dem Platz zu stehen.

Arnd Rode ist froh, eine solche Truppe beisammen zu haben. Er selbst wird nach einer Knie-OP vorerst nur noch als Assistent unterwegs sein. Außerdem hat der 55-Jährige, für den früher der italienische Glatzkopf Pierluigi Colina der Beste der Schiedsrichter-Zunft war, eine neue Aufgabe als Betreuer von Jungschiedsrichtern im Kreis.

Jahresprogramm 2021 des Kul-Türchen im Liederhof Hemeln e.V.

Endlich ist unser Jahresprogramm 2021 fertig! Wir haben eine Weile gebraucht, weil etliche Künstlerinnen und Künstler erst jetzt, in den vergangenen zwei Wochen, wieder mit dem Proben haben anfangen können. Doch jetzt „steht“ unser kleines Programm!

Sonntag, 27. Juni um 15 Uhr : „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ..“

Lieder und Poesie unter den Weiden, mit Angelika Grosswiele (Espenau), Gabriele und Peter Leppin

Sonntag, 11. Juli um 15 Uhr : Ensemble Phantastique( Harz) : Sommermelodien -Oldies und Popsongs

Das „Ensemble Phantastique“ aus dem Südharz gastiert, nach coronabedingter Zwangspause, zum zweiten Mal beim „Kul-Türchen“. Isabel Schäfer (Piano, Gesang), Dr.Stefan Kienzle (Sax, Klarinette) und Jörg Roos (Kontrabass) bringen in ihrem Programm Chansons, ein wenig Klezmer und Oldies zu Gehör, die den Alltag vergessen lassen und viele Erinnerungen wecken, an die „gute, alte Zeit“! Ein echter Grund zur Freude (auch für die Musiker: der erste Auftritt nach der Pandemie!)

Sonntag, 8. August um 17 Uhr: Leseduo „Wilder Mohn“: Von Hexen, Zauberern und anderen Waldbewohnern

Wahrhaft magische Wesen lockt das Leseduo „Wilder Mohn“ (Marie Anne Langefeld und Carmen Baraun) mit Charme und ein wenig Hokuspokus und Simsalabim aus ihren dunklen Verstecken: liebenswerte Waldgeister, Feen, Elfen und Kobolde, listige Hexen und furchteinflößende Zauberer. Für einen kurzen Moment werden sie lebendig, bevor sie ein geheimnisvoller Nebel wieder in das Reich der Fabeln verbannt. Eine Lesung zum Staunen, Gruseln und Verzaubertsein, musikalisch begleitet von Bettina Kallausch

Sonntag, 29. August um 17 Uhr: Traumzeit – New Romantic Piano, mit Michael Fiedler (Sonderkonzert)

Mit dem Besten aus 15 Jahren TRAUMZEIT öffnet der Mann mit der weißen Mütze, Komponist und Pianist Michael Fiedler (gebürtig aus Kassel, jetzt Region Pforzheim) sein musikalisches Tagebuch. Mit Leidenschaft, durch seinen gefühlvollen Tastenanschlag sowie seine berührende, persönliche Moderation verzaubert er sein Publikum, entführt es in eigene Fantasiewelten: Sie schließen Ihre Augen,-und innere Bilder beginnen zu tanzen! Das ist Kopfkino für die Sinne, Wellness für die Seele.

Sonntag, 19. September um 15 Uhr: Posaunentrio „Zug um Zug“: Madrigals und Jazz für Louis van ..

Ursprünglich gedacht als Geburtstagsgruß für Ludwig van Beethoven gratuliert das Posaunentrio aus Kassel/Fuldatal dem großen Meister nachträglich mit alten englischen Madrigalen, Musik aus Filmen, leichter Jazzmusik von George Gershwin und Jazz-Skizzen von Lennie Niehaus.

Sonntag, 10. Oktober um 17 Uhr:  „Herbstfarben“ in Musik und Bild

Sopranistin Sylvia Cordes und Pianistin Yevgeniya Schott von der „kammeroper kassel e.V.“ haben für ihr neues Programm wieder stimmungsvolle Kompositionen in allen (Klang-)Farben des Herbstes zusammen gestellt. Ihre Lieder aus verschiedenen Epochen rahmt der vielfach ausgezeichnete Schwalmstädter Naturfotograf Lutz Klapp mit (oft) preisgekrönten und gefühlvollen Fotografien aus der heimischen Tier- und Pflanzenwelt ein. Eine einzigartige Hommage an den Herbst! Das Trio ist nach dem viel beachteten Programm „Bird Songs – Song Birds“ ein weiteres Mal beim „kul-türchen im Liederhof Hemeln“ zu Gast.

Sonntag, 7. November um 17 Uhr: Mein Jahrhundert – Dein Jahrhundert, Lesung mit Texten von Günter Grass

Peter und Gabriele Leppin spiegeln an Texten von Günter Grass Zeitungsartikel und eigene , persönliche Erinnerungen der letzten 50 Jahre und laden die Zuhörenden dazu ein, sich selbst an vergangene Zeiten zu erinnern und in der „großen Weltgeschichte“ wieder zu entdecken.

Sofern es das Wetter zulässt, finden alle Veranstaltungen draußen statt und dauern eine gute Stunde. Der Eintritt ist frei (um Spenden wird gebeten), Getränke und kleine Snacks werden angeboten. Es gelten die jeweils aktuellen Corona-Regeln. Wenn möglich bitten wir um Anmeldungen/Platzreservierungen: telefonisch unter 05544/2679 835, per Mail: gabrieleppin@gmx.de oder persönlich/Briefkasten: Trift 24, Hemeln

Wir haben bei der Programmgestaltung versucht, vor allem die Gruppen zu berücksichtigen, die im vergangenen Jahr wegen Corona  nicht haben auftreten können. 

Hoffentlich bis bald,
Peter und Gabriele Leppin,
Verein „Kul-Türchen im Liederhof Hemeln e.V.“

Hemeln pflanzt den Baum des Jahres 2021

Am 25.04.2021, dem Tag des Baumes, trafen sich um 14:00 Uhr einige wenige Hemelner Bürger am Heldenhain im Bramwald, um den Baum des Jahres, einen Ilex aquifolium zu pflanzen. Bekannt ist der Baum unter den deutschen Namen Stechpalme, Hülse oder auch Winterbeere. Der Baum wurde in diesem Jahr von dem Hemelner Ehepaar Nortrud und Günter Riemann gespendet.

Die Baumpflanzaktion fand natürlich unter Berücksichtigung aller Corona-Schutzmaßnahmen statt.

Ilex auqifolium ist der einzige, in Mitteleuropa vorkommende immergrüne Laubbaum. Er wächst als Strauch oder als Kleinbaum, kann 10-15m hoch und Stammumfänge von bis zu 2,9m erreichen. Seine Rinde bleibt bis zu 10 Jahre grün, betreibt Photosynthese und entwickelt sich anschließend zu einer grauen Glattrinde, ähnlich wie bei der Buche. Das Höchstalter liegt bei ca. 200 (270) Jahren.  Die maximalen Stammumfänge betragen 200cm (270cm). Ilex ist sehr schattentolerant, wächst auch unter Buchen und bildet dort die sogenannten Stechpalmenwälder. Die Immergrünen Blätter sind lederartig und vom Boden bis zur oberen Fraßhöhe von Rehen oder Hirschen an den Blatträndern stark mit Blattstacheln bewehrt. Darüber sind die Blätter unbewehrt oder nur noch mit einzelnen Blattstacheln versehen. Darüber hinaus sind sie sehr trockenheitsverträglich. 

Die Früchte des Ilex aquifolium

Die Stechpalme ist eine wärmeliebende Baumart. Sie kommt in Süd-, Mittel- und Nordwesteuropa vor. Ihre östliche Verbreitungsgrenze läuft mitten durch Deutschland. Sie entspricht in etwa einer Januar-Durchschnittstemperaturlinie von 00 C. Besonders wohl fühlt sie sich in feuchten, wintermilden Gebieten.

Das Holz ist im frischen Zustand sehr schwer, sehr hell und wurde früher für besondere Drechsel- und Funierarbeiten verwendet. Die Art ist zweihäusig. Das heißt, die Pflanzen sind rein weiblich oder männlich. Die unscheinbaren, kleinen, cremeweißen bis leicht grünlichen Blüten erscheinen im Mai/Juni. Bei den Früchten handelt es sich nicht um Beeren, sondern um Steinfrüchte die von einer leuchten roten Fruchthülle umgeben sind. Sie bleiben sehr lange, bis in den im Winter haften und werden vor allem im angelsächsischem Raum sehr oft in der weihnachtlichen Binderei verwendet. Sie sind, wie die ganze Pflanze, giftig und sollten nicht gegessen werden.

Aus den Blättern wurde früher auch Tee gemacht, wovon heute aber wegen der Giftigkeit abgeraten wird. Blätter und Früchte werden aber noch heute in der Heilkunde gegen Gicht, Rheuma oder aber auch als Abführmittel verwendet. Der berühmte Matetee aus Südamerika wird übrigens aus den Blättern von Ilex paraguaraiensis, einer südamerikanischen Ilex-Art gewonnen.

Die diesjährigen Spender waren das Hemelner Ehepaar Nortrud und Günter Riemann

Im Baumschulbereich gibt es eine Vielzahl, auch buntlaubiger Sorten. Stechpalmen sind aufgrund Ihres schönen, immergrünen Blattes, der kleinen Wuchsgrößen, der Schatten-, Trockenheitstoleranz, und ihrer Eignung als Heckenpflanze beliebte Stadtbäume.

Immergrüne Pflanzen galten schon in der Antike als Sitz von Göttern und als Symbol für die Unvergänglichkeit des Lebens. Stechpalmen wurden daher schon von den Kelten verehret und für ihre Druiden waren die roten Früchte ein Symbol der Lebensenergie.

Starke Helfer planzten den Ilex aquifolium am Heldenhain an.

Der vor allem der in Nordwestdeutschland gebräuchliche Name Hülse geht, genau wie das englische Holly, auf das altdeutsche Wort hulis zurück. Der Weltberühmte Ort Hollywood wurde übrigens nach einen, offenbar damals vorhandenen, Ilex Vorkommen benannt. Orts- und Flurnamen die die Silbe Hüls enthalten weisen noch heute auf das Vorkommen von Stechpalmen bez. Hülsen hin, genau wie z.B. die Familiennamen Droste-Hülshoff oder Hülsmann. 

Volker Meng aus Hemeln

Text: Volker Meng – Fotos: Andreas Noll und Volker Meng

Pressebericht HNA 18.06.2021

Freitag, 18. Juni 2021, Mündener Allgemeine / Lokales

Zebradecken gegen Bremsen

Pferdebesitzer nutzen viele Tricks, um die Tiere vor Insekten zu schützen

VON MICHAEL CASPAR

Das Muster erschwert Bremsen das Anfliegen des Pferds. Zudem bietet ein Unterstand Zuflucht vor der prallen Sonne, weiß Tanja Mundt. Foto: Michael Caspar

Hann. Münden – Ohrenhauben, Zebradecken und Schutzhütten helfen Pferden, mit Bremsen, Kriebelmücken und Fliegen besser klar zu kommen. Die Insekten plagen die Vierbeiner bei hohen Temperaturen, berichten Reiterinnen aus dem Altkreis Münden. „Nicht bei Regen, sondern bei Sonnenschein brauchen Pferde Schutzhütten“, betont Tanja Mundt, die Vorsitzende der Reiterfreunde Hemeln.

In der prallen Sonne schwitzen die Pferde nämlich. Das lockt Fliegen, Mücken und Bremsen an. In der Schutzhütte oder unter Bäumen haben die Vierbeiner dagegen eher Ruhe vor den Plagegeistern. Auf Vorhänge am Offenstall schwört Reitlehrerin Jana Wucherpfennig aus Volkmarshausen. Sie wäscht ihr Pferd zudem regelmäßig.

Mundt rät zu besonderer Hygiene im Stall und auf der Weide. Die Hemelnerin meidet zudem Ausritte bei schwülem Wetter oder in den Wald, wo derzeit viele Insekten lauern. „Die Augen der Pferde lassen sich mit Masken gegen Fliegen schützen“, sagt sie. Die Sechsbeiner, die es an feuchte Stellen zieht, können Entzündungen verursachen. „Die Masken müssen dicht sein, dürfen aber nicht drücken“, stellt die Vorsitzende klar. Sie rät, den Sitz regelmäßig zu kontrollieren.

Umstritten sind Fliegenfallen für Stall und Weide. Sie sind zwar wirksam, in ihnen sterben aber auch viele andere Insekten. „Ein Problem eigener Art ist die Magendassel, eine Fliege, die ihre Eier auf das Fell der Pferde legt“, führt Mundt aus. Wenn die Pferde sich gegenseitig das Fell pflegen, gelangen die geschlüpften Maden ins Maul und dann in den Verdauungstrakt der Pferde. Dort saugen sie Blut. Wurmkuren machen diesem Parasiten, der als Puppe das Pferd wieder verlässt, ein Ende.

„Hauben auf den Ohren halten Kriebelmücken fern, die sonst zu Dutzenden in die Ohren krabbeln und das Pferd dort blutig beißen“, berichtet Reitlehrerin Wucherpfennig aus Volkmarshausen. Der Juckreiz kann so groß werden, dass sich das Pferd nicht mehr auf die Kommandos des Reitenden konzentrieren kann. Anstelle der Hauben lässt sich auch Kokos- oder Teebaumöl im Ohr auftragen.

Die Kriebelmücken beißen auch an anderen Körperstellen zu. Manche Tiere reagieren allergisch auf den Insektenspeichel. Das Immunsystem schüttet dann besonders viel Histamin aus, das die Wunden anschwellen und jucken lässt. Die Vierbeiner scheuern sich in ihrer Not Mähnen und Schweif wund. Sommerekzem nennt sich dieses Leiden.

Insbesondere Isländer sind betroffen, hat Mundt aus Hemeln beobachtet. Erleichterung verschaffen leichte Ekzemerdecken, durch die die Insekten nicht hindurchstechen können. „Decken mit Zebrastreifen oder mit Kreide auf das Fell gemalte Streifen halten Bremsen auf Distanz“, weiß Julia Susann Looft, die in Laubach ein Reisportgeschäft betreibt. Die Streifen erschweren den Insekten die Landung auf den Tieren, haben Wissenschaftler herausgefunden. Gegen Bremsen helfen zudem Knoblauch im Futter oder Sprays. Wichtig ist auch, Mähne und Schweif nicht zu beschneiden. Mit ihnen wehren die Vierbeiner Insekten ab, erläutert Mundt von den Reiterfreunden.