Pressebericht HNA 25.07.2020

Samstag, 25. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Titelseite

Neue Serie: Gasthäuser im Altkreis Münden

Foto: Thomas Schlenz

Wenn draußen die Sonne scheint, ist es eines der Top-Ausflugsziele im Altkreis: das Gasthaus „Zur Fähre“ im Mündener Ortsteil Hemeln. Rad- und Motorradfahrer aus nah und fern geben sich auf der von alten Bäumen geschützten Terrasse mit Blick auf die Weserfähre nach Veckerhagen ein Stelldichein. Obwohl immer mehr Dorfgaststätten in Deutschland aufgeben, gehört ein Gasthaus nach wie vor fest zum Ortsbild vieler Dörfer in der Region. Aus diesem Grund haben wir einige der Gasthäuser im Altkreis besucht und stellen sie in loser Folge vor. Den Auftakt macht das Gasthaus „Zur Fähre“ in Hemeln (hinten rechts im Bild). tsz

Samstag, 25. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Das lauschige Plätzchen am Fluss

GESCHICHTEN AUS DEM GASTHAUS – Zur Fähre in Hemeln

VON THOMAS SCHLENZ

Führt den Betrieb in dritter Generation: Andreas Bohle vor dem Eingang des Gasthauses „Zur Fähre“ in Hemeln. Foto: Thomas Schlenz

Gasthäuser gehören zum Bild eines Dorfes dazu. Und doch sinkt die Zahl der Gaststätten im Land. In loser Folge stellen wir Gasthäuser aus dem Altkreis Münden vor. Heute: Zur Fähre in Hemeln.

Hemeln – An der schmalen Straße zur Weserfähre nach Veckerhagen steht ein altes Fachwerkhaus. „Zur Fähre“ heißt es dort schlicht in Frakturschrift über dem Eingang. Durch eine wuchtige Tür geht es hinein. Rechter Hand öffnet sich die Gaststube.

Mit den dunklen Holzmöbeln wirkt es fast, als sei hier die Zeit stehen geblieben. Gedanken an lange Kneipenabende, an lustige Gespräche und Geselligkeit werden wach. „Was darf es sein?“, fragt Andreas Bohle hinter dem Tresen.

Der 51-Jährige führt die Gaststätte bereits in dritter Generation. „Der Großvater hat das Haus 1933 gekauft“, erzählt Bohle stolz. Eigentlich habe er selbst gar nicht Gastwirt werden wollen, gesteht Bohle. „Ich bin als Kind da reingewachsen, habe Eis verkauft, das es damals nur in den Gasthäusern gab, Geschirr gespült.“ Später, als Jugendlicher, kam die Zubereitung von Eierspeisen und des Strammen Max, eine Spezialität des Hauses, hinzu.

Wer in dieser Gaststätte einkehrt, erwartet keinen Schnickschnack. „Bei uns finden alle etwas, auch Menschen, die nicht so viel Geld haben“, betont Bohle. Getränke und Essen in einer urigen Kulisse zu bezahlbaren Preisen: Gäbe es das Idealbild eines typischen Gasthauses nicht, dann würde man hier fündig werden. Und das kommt an: An schönen Sommertagen ist die Terrasse unter dem alten Baumbestand mit Blick auf die Weserfähre voll besetzt. „Viele Motorradfahrer, aber auch immer mehr Radfahrer, die auf dem Weserradweg unterwegs sind, kehren bei uns ein“, sagt Andreas Bohle. Aktuell helfen ihm zwei Festangestellte und sechs bis sieben Aushilfskräfte.

Früher war das Gasthaus insbesondere bei Studenten sehr beliebt, sogar Altkanzler Gerhard Schröder, bekannter Absolvent der Göttinger Universität, soll hier regelmäßig eingekehrt sein, erzählt man sich. Für die Dorfbewohner Hemelns dient das Gasthaus heute noch als beliebter Treffpunkt: Skat- und Doppelkopfspieler sind hier noch nicht ausgestorben, auch wenn die Zahl der Kartenspieler gesunken ist. Vor allem im Winter finden auch kleinere Vereinsfeiern statt: „Der Männergesangverein wurde 1860 hier gegründet, demnach muss es schon vor der Übernahme durch die Großeltern ein Gasthaus gegeben haben“, sagt Bohle, der schätzt, dass das Haus um 1750 erbaut wurde.

Da es sich um das am tiefsten gelegene Haus im Dorf handele, sei es dreimal vom Hochwasser heimgesucht worden. Wie andere Gastwirte auf dem Dorf habe die Familie früher auch von der Landwirtschaft gelebt, erzählt Bohle. Im Laufe der Jahre sei die aber immer unwichtiger geworden und zugunsten der Gastwirtschaft zurückgetreten, bis man sie ganz aufgegeben habe.

Die Corona-Pandemie ist am Gasthaus „Zur Fähre“ nicht vorübergegangen: „Wir haben am 20. März die letzten drei Stammgäste nach Hause geschickt und dann am 11. Mai wieder aufgemacht“, erklärt Andreas Bohle. Während andere Restaurants einen Lieferservice einrichteten, verzichtete Bohle darauf. „Das hätte sich nicht rentiert“, sagt er. Da seine Terrasse viel Platz bietet, hat er mit den notwendigen Abständen bisher wenig Probleme. So kann man es wieder genießen, das lauschige Plätzchen am Fluss.

Pressebericht HNA 23.07.2020

Donnerstag, 23. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Posaunentrio spielt im Liederhof

Hemeln – Zu einem Konzert mit dem Kasseler Posaunentrio „Zug um Zug“ lädt der Verein „Kul-Türchen“ im Liederhof, Trift 24, für Sonntag, 26. Juli, ein. Bereits um 12 Uhr beginnt die Veranstaltung mit dem Trio, das schon vor zwei Jahren zu Gast beim Kul-Türchen war, teilt der Vorsitzende des Vereins Peter Leppin mit.

Seit 2014 spielen Martina, Drago Sandor und Helmut Schäfer hoch ambitioniert Bass- und Tenorposaunen, heißt es in der Ankündigung. Die Gäste erwartet ein buntes Programm mit bekannten Melodien: Evergreens, Popballaden, Volksmusik und jazziges.

In einer Pause gibt es Suppen, mit und ohne Fleisch. Durch die Coronapandemie gibt es nur eine begrenzte Anzahl Plätze. Die Hygieneregeln und auch der Mindestabstand werden eingehalten.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Eine Reservierung bis Samstag, 25. Juli, 16 Uhr, ist dringend erforderlich: Tel. 0 55 44/2 67 98 35 oder per Mail gabrieleppin@gmx.de. Das Konzert findet nur bei trockenem Wetter statt.  pgl

Pressebericht HNA 20.07.2020

Montag, 20. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Trauer um Multifunktionär

NACHRUF – Hemelner Roland Berndt war in vielen Vereinen aktiv

Roland Berndt ist am 26. Juni gestorben. Foto: Petra Siebert

Hemeln – Die Hemelner Dorfgemeinschaft trauert um einen ihrer Engagiertesten. Am 26. Juni verstarb nach schwerer Krankheit der weit über die Hemelner Ortsgrenzen hinaus bekannte „Multifunktionär“ Roland Berndt im 79. Lebensjahr.

Bereits 1973 trat er in den TSV „Jahn“ Hemeln ein und wurde zwei Jahre später für zwölf Monate Sparten- und Übungsleiter Basketball. Gleichzeitig übernahm er das Amt des Vorsitzenden, 28 Jahre lang. In diese fast drei Jahrzehnte währende Amtszeit fiel unter anderem auch der Bau der neuen Hemelner Sporthalle am Sandweg, für deren Erstellung er sich stark einbrachte. Unter seiner Regie gründeten sich mehrere neue Sparten im Verein, die Mitgliederzahl stieg auf über 500 an.

Aber Berndt engagierte sich nicht nur für den Sport. So war er auch zehn Jahre Vorsitzender des Mündener Tanzclubs. Weiterhin führte er vier Jahre lang als Vorsitzender die berufliche Interessensvertretung, den Bund deutscher Forstleute im Deutschen Beamten Bund auf Landesebene. Auch dem Förderverein der heutigen Drei-Flüsse Realschule stand er als Vorsitzender zwölf Jahre lang zur Verfügung. Im DRK Ortsverein Hemeln war er aktives Mitglied und sechs Jahre lang im Vorstand. Im Sozialverband Deutschland, Ortsverband Hemeln führte er als stellvertretender Vorsitzender nach dem Tod des Vorsitzenden für eineinhalb Jahre kommissarisch den Verband und war bis zu seinem Tod zweiter Vorsitzender. Dem Freundschaftsclub „Lindenbrüder“ Hemeln gehörte Roland Berndt ebenfalls als Mitglied an und war hier im Kreise seiner Clubkameraden ein immer gern gesehener Lindenbruder.

Nachdem er sich vom Vorsitz des TSV zurückgezogen hatte, wurde er beim Männergesangverein „Concordia“ Hemeln von 1860, dem er bereits 2001 beigetreten war, als Sänger aktiv. Kurze Zeit später übernahm er das Vorstandsamt des Schriftführers, 2011 wählten ihn seine Sangesbrüder dann zum Vorsitzenden. Dieses Ehrenamt bekleidete er neun Jahre lang, bis zu seinem Tod.

Er wirkte als Laienschauspieler beim Theaterverein Bühnenfreunde in einigen Theaterstücken mit. Weiterhin schloss er sich dem Kultur- und Naturförderverein Hemeln an, um dessen Vereinsziele zu unterstützen. Auch dem Trägerverein der Hemelner Dorfgemeinschaftsanlagen gehörte Berndt seit dessen Gründung an. Drei Jahre war er Vorsitzender des Kulturausschusses Hemeln, über 50 Jahre, bis zu seinem Tod gehörte er der SPD an, im SPD-Stadtbezirk Hemeln bekleidete er für einige Jahre die Ämter eines Beisitzers und des Kassenwartes. Als Dank für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement und sein Wirken für die Allgemeinheit erhielt Roland Berndt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen: Ehrenvorsitzender und Goldene Verdienstnadel des TSV „Jahn“ Hemeln (eine der höchsten Auszeichnungen, die der Verein vergibt), Silberne Ehrennadel der Ortschaft Hemeln.

Auf Anregung des TSV wurde ihm für sein jahrzehntelanges gesellschaftliches Engagement im Oktober 2009 vom Bundespräsidenten Horst Köhler die höchste zivile Auszeichnung, die der Staat vergibt, das Bundesverdienstkreuz in der Stufe „am Bande“, verliehen.

Die Hemelner wissen, was Roland Berndt über Jahrzehnte in den Hemelner Vereinen, Verbänden und Gremien ehrenamtlich geleistet hat und sind ihm dankbar dafür. Sein Andenken wird allen Hemelnern in ehrenvoller Erinnerung bleiben.  zpy

Pressebericht HNA 16.07.2020

Donnerstag, 16. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Abschiedsfeier mit Abstand

Schulen im Altkreis Münden ziehen Schuljahres-Bilanz

Altkreis Münden – Heute beginnen für die Schüler in Niedersachsen die Sommerferien. Damit geht ein außergewöhnliches Schuljahr zu Ende. Im März suchten Schüler, Eltern und Lehrer nach Wegen, zu Hause zu lernen. Im April kehrten die ersten Klassen in die Schulen zurück. Seit Juni waren alle Schüler wieder anwesend. Nach den Ferien soll laut Kultusministerium ein weitestgehend normaler Unterricht stattfinden können. Die Schulen ziehen ein Fazit der vergangenen Monate und werfen einen Blick auf die Zeit nach den Sommerferien.

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Hemeln

In der Grundschule Hemeln werden nach den Ferien acht Erstklässler eingeschult. Wegen Corona läuft die Planung allerdings anders als gewohnt. „Der Gottesdienst wird bei gutem Wetter im Freien stattfinden“, sagt Daniela Banzhaf, Schulleiterin. Die Schüler und ihre Verwandten können so gemeinsam die Einschulung feiern.

Die Situation sei trotz Corona unproblematisch: „Wir haben große Klassenzimmer und wenige Kinder. Es können alle mit ausreichend Abstand sitzen“, sagt Banzhaf.

Insgesamt 36 fünf* Viertklässler wurden an der Grundschule Hemeln verabschiedet. Eine Abschlussfeier mit Tanz und Gesang gab es nicht. Stattdessen organisierte die Schulleiterin einen Eiswagen für die Kinder, zum Abschied wurden Luftballons steigen gelassen. „Gruppenfotos als Erinnerung konnten wir keine machen. Deshalb hat jedes Kind einen Bilderrahmen gehalten, mit dem es fotografiert wurde“, so die Schulleiterin. Daraus soll eine Collage entstehen.

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kim/til/jed

* Samstag, 18. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Lokales
Weniger Viertklässler
KORREKTUR
Wir hatten am 16. Juli berichtet, dass in der Grundschule Hemeln 36 Kinder die vierte Klasse abgeschlossen hätten. Insgesamt bestand die vierte Klasse der Schule im jetzt abgeschlossenen Schuljahr aus fünf Kindern. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.  tli

Pressebericht HNA 16.07.2020

Donnerstag, 16. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Sein Herz schlägt für die Botanik

Volker Meng ist Hann. Mündens erster Klimaschutzbeauftragter

VON THERESA LIPPE

Im Grünen fühlt er sich am wohlsten: Mündens erster Klimaschutzbeauftragter Volker Meng im Interkultureller Garten am Tanzwerder. Foto: Theresa Lippe

Hann. Münden – Er sitzt zurückgelehnt, die Hände gefaltet und auf der Tischplatte abgelegt. Volker Meng ist Hann. Mündens erster Klimaschutzbeauftragter. An seinem rechtem Ringfinger glänzt ein schmaler goldener Ehering, am linken Ohrläppchen ein kleiner Ohrring.

Anfang Juli hat er sein Amt angetreten: „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe“, sagt der Mann, der ein großes Herz für Botanik hat.

Seit 18 Jahren lebt Meng mit seiner Frau Reinhild in Hemeln. Die zwei erwachsenen Söhne Moritz und Constantin sind bereits ausgezogen. „Als wir damals das Haus gekauft haben, entschied sich meine Frau für das Gebäude, ich mich für den Garten“ scherzt er.

Auf 1550 Quadratmetern kann sich Meng seitdem verwirklichen. „Zu Beginn haben die Nachbarn häufig über meine blühende Wiese gescherzt und gefragt, ob mein Rasenmäher kaputt sei“, erzählt er grinsend. Aber ein perfekter Englischer Rasen sei einfach nicht nach seinem Geschmack.

Mündens Klimaschutzbeauftragter wurde in Höxter, Nordrhein-Westfahlen geboren. Seine Liebe für Grün- und Blühpflanzen begleitet ihn schon seit der Kindheit: „Ich habe mit meiner Oma Kräuter für Tee gesammelt, Wildäpfel für Gelee gepflückt und hatte meinen eigenen kleinen Gemüsegarten, in dem ich mich austoben konnte.“ Diese Erfahrungen haben ihn positiv geprägt und seinen Berufswunsch schon früh gefestigt. Und so absolvierte Meng von 1973 bis 1976 eine Gärtnerlehre.

Auf die Frage, ob er in seiner Schulzeit mal in Erwägung gezogen habe, beispielsweise Betriebswirtschaftslehre zu studieren, antwortet er lachend: „Nein, ich wusste schon als Kind, dass ich in die Botanik will. Um die BWL kümmert sich mein Sohn Constantin.“ Von 1980 bis 1984 studierte Meng Gartenbau in Weihenstephan, Oberbayern. 1993 wurde er dann Technischer Leiter vom Forstbotanischen Garten der Universität Göttingen, wo er inzwischen seit 27 Jahren tätig ist. Dort beschafft er beispielsweise Pflanzenmaterial für Lehre und Forschung, bearbeitet Anfragen zur Pflanzenbestimmung, unterrichtet auch Studenten in Pflanzenkunde.

Wenn Meng über Botanik spricht, leuchten seine Augen, man merkt ihm seine Begeisterung an. Als er nach seinen Lieblingspflanzen gefragt wird, gestikulieren die sonst ruhigen Hände: „Ich habe eine Geophyten-Macke“, sagt er und schmunzelt. Im nächsten Atemzug erklärt er im Detail, was das eigentlich ist. Die Kurzfassung: Blumen wie beispielsweise Schneeglöckchen und Krokusse. „Die liefern eine richtige Blütenshow ab“, schwärmt Meng.

In seiner Freizeit und für die Arbeit verreist er gerne: „Immer an verschiedene Orte, sonst wird es langweilig.“ Doch diesen Sommer fällt der Urlaub coronabedingt aus. Meng will die Zeit stattdessen in seinem Garten nutzen, um Dachbegrünung auf einem Schuppen anzubringen. „Den ein oder anderen Tagesausflug werden meine Frau und ich aber sicher trotzdem machen.“

In seiner zunächst sechsjährigen, ehrenamtlichen Position als Klimaschutzbeauftragter will der passionierte Kanufahrer seinen Fokus darauf legen, das Stadtklima zu verbessern. Er möchte dafür verschiedene Baumarten und mehr Straßenbegleitgrün pflanzen.

Pressebericht HNA 14.07.2020

Dienstag, 14. Juli 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Fei­er­stim­mung auch oh­ne Kir­mes

Musikexpress zog in Hemeln von Haus zu Haus und spielte für die Bewohner

Die Frau­en und Män­ner des Mu­sik­ex­press lie­ßen vor den Häu­sern in Hemeln Kir­mes­stim­mung auf­kom­men. Fo­to: Pe­tra Sie­bert

Hemeln – Ein wenig Feierlaune herrschte am Sonntag in Hemeln. Bereits beim Einfahren ins Dorf fielen die Ortsfahnen auf, die an vielen Häusern befestigt waren. Eigentlich hätte der Weserort an dem Wochenende Kopf gestanden, denn es wäre das traditionelle Kirmeswochenende gewesen, das coronabedingt abgesagt wurde. Doch um die Bewohner ein wenig in Stimmung zu bringen, hatten Vorstand und Mitglieder des Musikexpress Hemeln beschlossen, das Gesundheiten spielen trotzdem zu organisieren.

Unter Einhaltung der Vorgaben und Hygienevorschriften zogen die Musiker durch die Straßen, blieben an den Häusern stehen und brachten Ständchen. Anschließend ließen sie die Bewohner, die vor ihren Häusern standen, namentlich hochleben. Als Dankeschön wanderte so mancher Euro in die Spendenbox, die an einer Teleskopstange befestigt war. Und einen guten Schluck gab es außerdem an einigen Gartenzäunen. Vorher und hinterher kamen von Nachbar zu Nachbar nette Gespräche zustande und es wurden Neuigkeiten ausgetauscht. „Das ist besonders für unsere älteren Menschen eine gute Gelegenheit, mal wieder Kontakt zu finden“, sagte Ortsbürgermeister Alfred Urhahn.

Und die haben, wie alle anderen Menschen des Ortes auch, die lockere Atmosphäre, die Musik und die gute Stimmung genossen. Denn die Hemelner lassen sich nicht unterkriegen. Auch in Krisenzeiten halten die Menschen zusammen und machten das Beste draus. Einige Radler, die den Weserradweg nutzen, blieben stehen und äußerten ihre Freude über die Aktivität in Hemeln.

„Auch für die Musiker ist es wichtig, mal wieder gemeinsam zu musizieren, wenn auch unter anderen Bedingungen“, betonte Frank Baake, Vorsitzender des Musikexpress.  zpy

Pressebericht HNA 24.06.2020

Mittwoch, 24. Juni 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Hobbygärtner werden aufs Korn genommen

„Kul-Türchen“ lädt zu Gartenlesung

Hemeln – Der Verein „Kul-Türchen“ im Liederhof, Trift 24, lädt zu einer Gartenlesung für Sonntag, 28. Juni, ab 15 Uhr nach Hemeln ein, teilt Peter Leppin, Vorsitzender des Vereins, mit. „Hier wächst nichts“, heißt der Titel der Lesung mit Margret Jäckle und Nortrud Riemann, Die beiden Autoren Jörg Pfenningschmidt und Jonas Reif lassen kein gutes Hälmchen an den Hobby-Gärtnern und ihrem „grünen Elend“.

So ironisch, humorvoll und „böse“ wird laut Mitteilung selten diese verquere Welt aufs Korn genommen, politisch nicht immer korrekt, aber sehr unterhaltsam und anregend. Man könne gespannt sein auf „gesteinigte“ Vorgärten, „geföhnten“ Rasen und andere Kuriositäten aus der Welt der Menschen mit dem „grünen Daumen“. Der Veranstalter weist darauf hin, dass ein Besuch der Gartenlesung nur mit vorherige Anmeldung und Reservierung von Sitzplätzen möglich ist. Die Mindestabstände und Hygieneregeln müssen jederzeit eingehalten werden und nur am Platz kann auf das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes verzichtet werden. Die Lesung findet nur bei trockenem Wetter und unter freiem Himmel statt. Kaffee und Kuchen werden gegen Spende angeboten.

Der Eintritt zur Lesung ist frei, um eine Spende wird gebeten.  sta

Pressebericht HNA 22.06.2020

Montag, 22. Juni 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Ziel: 1500 Kilometer mit dem Fahrrad

Frank Bade ist der Stadtradeln-Star vom Mündener Ruderverein

Hann. Münden/Hemeln – 1500 Kilometer – das ist das Ziel von Frank Bade aus Hemeln. Diese Strecke will er während der Aktion Stadtradeln mit dem Fahrrad zurücklegen. Die Hälfte hat er bereits geschafft, und für den Rest bleibt ihm noch Zeit bis zum 28 Juni.

Bei 780 Kilometern stand der Kilometerzähler an seinem E-Bike am Donnerstag. Damit ist er bei seinen Mitstreitern vom Ruderverein, insgesamt 24 Mitglieder machen mit, der Stadtradeln-Star. Bereits am 7. Juni, zum Auftakt der diesjährigen Challenge, hatte Frank Bade, der Hauswart des Rudervereins ist, seinen Autoschlüssel an den Vereinsmanager Thomas Kossert übergeben. Der 58-Jährige kündigte an, drei volle Wochen auf sein Auto verzichten zu wollen. Bereits nach der Hälfte der Zeit habe er damit mehr als 100 Kilogramm des klimaschädlichen Kohlendioxids eingespart, hat Thomas Kossert ausgerechnet. „Da ich in Hemeln und nicht direkt in der Stadt wohne, war das Auto bislang das selbstverständliche Fortbewegungsmittel für mich“, sagt Bade. Lediglich im Sommerurlaub auf Fehmarn habe der gelernte Maschinenschlosser, der gerade eine Umschulung zum Berufskraftfahrer im Personenverkehr macht, immer für zwei Wochen auf sein Auto verzichtet. „Ich wollte das auch zu Hause probieren und habe mir daher ein E-Bike angeschafft. Am Anfang war es eine ziemliche Umstellung, aber mittlerweile vermisse ich das Auto gar nicht mehr“, sagt der Radfahr-Neuling.

Lässt das Auto stehen: Frank Bade aus Hemeln radelt für den Mündener Ruderverein ganz vorne mit. Foto: Mündener Ruderverein

Es sei erstaunlich, wie viele Wege man mit dem Fahrrad erledigen könne, und auch im Geldbeutel mache sich die Umstellung bereits bemerkbar: „Ich habe schon eine ganze Tankfüllung gespart“, freut sich Bade.

Da momentan das Rudertraining ausfallen müsse, sei das Radfahren ein guter Ausgleich, findet Bade. „Außerdem helfe ich mit jedem Liter Benzin, den ich spare, der Umwelt, und ich habe festgestellt, dass ich manchmal mit dem Rad sogar schneller bin als mit dem Auto.“

Seit über einer Woche radelt Bade jetzt schon an der Spitze des Rudervereins. Aber auch seine Vereinskollegen schlagen sich wacker: Mit über 5000 geradelten Kilometern liegt der Ruderverein an der Spitze der Mündener Teilnehmer, beim Landkreis-Ranking schafft es der Verein auf den zweiten Platz.

Noch bis 28. Juni wollen Frank Bade und seine Mitradler aus dem Ruderverein möglichst viele Radkilometer sammeln, um damit ein Zeichen für einen Umstieg auf das Fahrrad im Alltag zu setzen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Eine Anmeldung ist bis zum Ende des Aktionszeitraumes noch unter www.stadtradeln.de/hann-muenden möglich. Die gesamte Aktion läuft noch bis Oktober, Hann. Münden beteiligt sich vom 7. bis 27. Juni.  hbk