Aktuelles

Pressebericht HNA 25.02.2020

Mittwoch, 25. Februar 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Nachwuchsnarren sorgen für gute Laune in den Dörfern

Die Arge Karneval Gimter Vereine und der TSV Jahn Hemeln luden Kinder zu Tänzen und Spielen ein

Auch in Hann. Münden wurde den Kindern ein abwechslungsreiches Programm geboten:

Gimte

[…]

Hemeln

Tanz mit Luftballons: Die Kinder in Hemeln waren bei den Spielen Feuer und Flamme (Foto: Petra Siebert)

Tanzen, spielen und toben stand am Samstagnachmittag beim Kinderkarneval in Hemeln an. Gastgeber war der TSV Jahn Hemeln. Für die 40 jüngeren Kinder des Ortes startete die Party bereits am Nachmittag, die 25 Älteren feierten am frühen Abend. Die Kinder waren in bunten Kostümen erschienen. Ob Pirat oder Schmetterling, Spider-Man oder Marienkäfer, Polizistinnen oder Ninja Kämpfer, der Fantasie bei der Kostümwahl waren keine Grenzen gesetzt. Die Mitglieder des Sportvereins sorgten für Kaffee und Kuchen, Musik und für die Unterhaltungsspiele. Nur gute Laune mussten die Kinder liefern. Luftballontanz, Bobbycar-Rennen, Stopptanz und ein Hutspiel kamen bei den jüngsten Narren gut an. Die Älteren zogen Discotanz vor, hatten aber auch Freude an einem Schätzspiel.  zpy

Kinderfasching in Hemeln 2020: Helau & Alaaf

Auch in diesem Jahr hatte der TSV Jahn Hemeln zum Hemelner Kinderfasching eingeladen und die Resonanz war wieder großartig. Das kleine Narrenvolk hatte am Samstag des närrischen Karnevalswochenende die Walter-Kühne-Halle wieder fest im Griff. Für das eingespielte Organisationsteam kein Problem, denn mit Spiel und Spaß wurden die Kinder bestens unterhalten.

Viele kleine Prinzessinen und Superhelden hatten am Nachmittag viel Spass.

Am Nachmittag waren es die Kleinen, die unter anderem als Actionhelden, Pirat, Prinzessinnen, Einhörner, Anna & Elsa, Polizist oder Cowboy verkleidet kaum zu bändigen waren. Im Anschluss begann die Faschingsparty für die Großen, die ebenfalls tolle Kostüme aufboten und es auf der Tanzfläche auch ordentlich krachen ließen. Über 50 Kinder wurden insgesamt gezählt.

Vom Aufbau bis Abbau, der tollen Verpflegung und natürlich auch der Animation: alles wurde von Mitgliedern bzw. den Eltern übernommen. Lediglich bei der Musik setzte man auf einen Profi und hatte mit DJ André, wie schon im letzten Jahr, die richtige Stimmungskanone am Mischpult.

Von der jeweiligen Vorstellungsrunde an, bei der jedes Kind seine tolle Verkleidung präsentierte, über Bobbycar Rennen, Tanzeinlagen und spannenden Spielen gab es für die Kinder keine Minute Langeweile.

Am frühen Abend rockten die Schulkinder die Turnhalle.

Wer zwischendurch mal durch schnaufen wollte, konnte sich bei selbstgebackenen Kuchen, Kaffee, kalten Getränken und Hotdogs, in den liebevoll gestalteten Aufenthaltsbereich der Sporthalle zurückziehen.

Fotos: Andreas Noll

Pressebericht HNA 20.02.2020

Mittwoch, 20. Februar 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

„Mein Freiheitsdrang war zu groß“

GESCHICHTEN AUF PLATT – De Kinderchorn

Ewald Lotze Erinnert sich an seine Kindheit (Foto: KKS Hemeln/privat)

Hemeln – Eck was chaut dra Joahre oalt, do mande meine Mutter eck mößte so langsom in nen Kinderchorn chron. Denn se harre mit meiner klanen Schwestere chenauch to daun, un eck würe nen halven Dach undern Feuten weg.

De Hemmelsche Kinderchorn was uwern Anger wu jez de Schoale staat. Dat Huus is in den dertiger Joahren als Fachwerkhuus chebuet un was nich chroade chroat. Meine Mutter hät meck an de Hand num und to den Tanten hennebroacht. Wat da alles kommandiert hout, was nich so no meiner Mütze.

En poar Doche hou eck meck dat annekucket. Wie meine Mutter meck an ennen Morchen wir hennebrochte, hou eck meck rasch wir na Hous emoket. Do se irst noch bei Kocks innekoft hät, was eck eher Tahus wei meine Mutter. Dat chaf an Theater. Auk chauet Tourieden het nix chebrocht. Se het et noch en poarmal probiert. Mein Freiheitsdrang woas to chroat. Eck bin immerwür outerieten. Domi harre seck de Kinderchorn erledichet. Bei Chrußvoder upn Timmerplatz konne me seck viel better beschäftigen.

Ewald Lotze, Hemeln

Pressebericht HNA 19.02.2020

Mittwoch, 19. Februar 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Auszeichnung für Wolfgang Bury

DRK-Ausbilder erhält Henry-Dunant-Medaille

VON PETRA SIEBERT

Wolfgang Bury war 40 Jahre lang Ausbilder für die Erste-Hilfe-Ausbildung beim DRK und erhielt dafür kürzlich die Henry-Dunant-Medaille. Foto: Petra Siebert

Hemeln – Wenn jemandem durch den DRK Landesverband Niedersachsen die Henry-Dunant-Medaille verliehen wird, dann muss er etwas Besonderes geleistet haben. Denn diese Auszeichnung wird selten vergeben. Wolfgang Bury aus Hemeln ist einer, der mit der Medaille ausgezeichnet wurde, für besondere Dienste im Roten Kreuz.

Seit September 1980 ist er als Ausbilder für die Erste-Hilfe-Ausbildung beim DRK, damals noch Kreisverband Münden, tätig. Allerdings wird er nur noch bis Ende März diese Aufgaben wahrnehmen, dann möchte er sich zurückziehen „Ich denke, mit 70 Jahren kann ich das mit ruhigem Gewissen tun“, sagt er.

In den 40 Jahren hat er pro Monat zwischen zwei und drei Lehrgänge mit durchschnittlich 10 bis 15 Teilnehmern geleitet.

Das sind insgesamt 1200 Lehrgänge mit 15000 Absolventen. Das waren nicht nur offene Lehrgänge in den Räumen des DRK, sondern bei Feuerwehren und in vielen Betrieben unterschiedlicher Größe hat Wolfgang Bury Erste Hilfe gelehrt und das nicht nur in Münden, sondern auch Hofgeismar, Witzenhausen und Göttingen.

„Es waren immer sehr interessierte Teilnehmer dabei, aber auch solche, die den Lehrgang nur abgesessen haben“.

Auch die Ausbildung von Schulsanitätern hat der DRK-Ausbilder übernommen. „Alle drei Jahre findet eine zweitägige Weiterbildung durch Moderatoren des DRK Landesverbandes statt. Durch die Teilnahme wird die Lehrberechtigung für drei Jahre verlängert“, erklärt Bury. Bis zu seiner Pensionierung hat er ausschließlich ehrenamtlich gearbeitet. Seit 2012 macht er das als geringfügig Beschäftigter, um seine Kosten zu decken.

Sein Faible für die Erste Hilfe Ausbildung hat er bei der Polizeischule entdeckt, denn da war Erste Hilfe ein Unterrichtsfach. Der gebürtige Cuxhavener ist nach der Schulausbildung zur See gefahren, hat die Seemannsschule besucht und war dann auf den Meeren in Nordamerika, der südamerikanischen Westküste, in Westindien und Deutschlands unterwegs. Nach drei Jahren Ausbildung hat er nach der Prüfung zum Matrosen den Matrosenbrief in der Seeschifffahrt erhalten.

Dann kehrte er dem Wasser den Rücken und verrichtete als Polizeianwärter bei der damaligen Polizeischule Münden seinen Dienst, danach zwei Jahre bei der Bereitschaftspolizei Braunschweig und seit 1972 zunächst im technischen Dienst, dann Ausbilder für Grund- und Laufbahnlehrgänge an der Landespolizeischule Münden. Dort qualifizierte er sich zum Erste-Hilfe Ausbilder und hospitierte beim DRK Münden. 1997, nach Auflösung der Polizeischule in Münden, wurde er zur Göttinger Polizei versetzt und 2007 wechselte er zum Polizeikommissariat Hann. Münden. „Die Erste Hilfe hat sich im Laufe der Jahre verändert“, berichtet Bury. Bis in die 90er Jahre spielten in der Ausbildung viel Theorie, Verbände und Brüche, Schussverletzungen, Schlangenbisse und Umgang mit der Trage eine große Rolle.

Herz-Lungen Wiederbelebung ist heute der wichtigste Bestandteil der Ausbildung, dazu gehört auch eine Einweisung in den Umgang mit einem Defibrillator. Atmung, Puls und Bewusstsein des Patienten stehen oben an.

Als zweiter Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Hemeln ist er auch dort sehr aktiv, diese Tätigkeit wird er beibehalten.

Ansonsten wird Bury die gewonnene Freizeit nutzen, um sein Hobby Schiffsmodellbau zu intensivieren, seinen drei Enkelkindern mehr Zeit zu schenken und Urlaube in seinem Geburtsort Cuxhaven zusammen mit seiner Frau zu genießen.

Pressebericht HNA 14.02.2020

Freitag, 14. Februar 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Ehrenmitgliedschaft für Dieter Schucht

KKSV Hemeln will Mitglieder fördern

Dieter Schucht (Mitte) wird vom Ersten Vorsitzenden Jörg Seefried (rechts) und Zweitem Vorsitzenden Ewald Lotze für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Foto: KKSV Hemeln/nh

Hemeln – Er war viele Jahre Kassenwart und Mitorganisator vieler früherer Schützenbälle: Dieter Schucht. Dafür und für 50 Jahre im Verein erhielt er als Fördermitglied bei der Jahreshauptversammlung die goldene Vereinsehrennadel. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Giesela Osenbrück und Maniya Bohle für jeweils 15 Jahre Mitgliedschaft. Beide konnten nicht anwesend sein, ihnen wurden die Auszeichnungen nachgereicht.

Derzeit bietet der Schützenverein 65 aktiven und 35 fördernden Mitgliedern die Möglichkeit, Schießsport zu betreiben. Um in Zukunft weiter gut aufgestellt zu sein, hat der KKSV eine stärkere Förderung der zwölf Kinder- und Jugendschützen beschlossen.

Ein herausragendes Ereignis war im vergangenen Jahr der Schützenball mit gut 120 Teilnehmern, wie es in einer Mitteilung des Vereins heißt. 2020 ist der Ball für Samstag, 5. September, geplant. Außerdem will sich der Verein um die Kirmes 2021 und das 100-jährige Vereinsjubiläum 2025 kümmern.

Bei der Jahreshauptversammlung wurde bereits ein Festausschuss für beide Ereignisse gewählt.

Schießsportleiter Markus Linnenkohl berichtete bei der Versammlung vom Schießen auf Orts- und Kreisebene. Nachdem rückläufigen Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren sei die Beteiligung 2019 beim Pokalschießen der Vereine und beim Volkskönigsschießen wesentlich besser gewesen.

Der Verein trifft sich donnerstags von 17 bis 19 Uhr zum Schießen im Schützenhaus an der Trift in Hemeln. Gäste sind willkommen.  jes

Wer beim Schützenverein in Hemeln mitwirken möchte, kann sich an den Ersten Vorsitzenden, Jörg Seefried, wenden, per Mail an ja-seefried@t-online.de oder unter der Nummer 0 55 44/ 76 75.

Pressebericht HNA 14.02.2020

Freitag, 14. Februar 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Ingo Koch für 40 Jahre Dienst geehrt

Freiwillige Feuerwehr Hemeln ehrt und befördert Mitglieder


Blickten zurück: Ortsbürgermeister Alfred Urhahn (vorne, links), Ortsbrandmeister Martin Koch, Thorben Götte, stellvertretender Brandabschnittsleiter Stefan Kuhn, Jerome Meurer, Mark Plessmann, Fabian Franke, Yvonne Kühne, Michelle Mangels, Ingo Koch, Daniel Henke, Volker Ludwig, Stadtbrandmeister Dieter Röthig und stellvertretender Ortsbrandmeister Karsten Mangels (hinten, links), Dennis Weidner, Märten Franke, Florian Seefried. Foto: FFW Hemeln

Hemeln – Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller, Brände und ein Motorradunfall – die Freiwillige Feuerwehr Hemeln wurde im vergangenen Jahr 14 Mal alarmiert. Bei der Jahreshauptversammlung wurde kürzlich auf das Jahr 2019 zurückgeblickt, wie aus einer Mitteilung des Vereins hervorgeht. Dabei gab es auch Beförderungen und Ehrungen: Mark Plessmann und Dennis Weidner wurden zu Feuerwehrmännern befördert. Märten Franke wurde zum Oberfeuerwehrmann und Yvonne Kühne und Michelle Mangels zu Oberfeuerwehrfrauen befördert. Hauptfeuerwehrmänner wurden Florian Seefried und Jerome Meurer und Löschmeister wurde Fabian Franke. Mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen geehrt wurden Thorben Götte für 25 Jahre aktive Dienstzeit sowie Ingo Koch für 40 Jahre aktive Dienstzeit.

Innerhalb des vergangenen Jahres leisteten sieben Feuerwehrfrauen und 45 Feuerwehrmänner 2700 Stunden Dienst, unter anderem durch Einsätze und Übungen aber auch durch zahlreiche Ausbildungsstunden. Zwei Kameraden nahmen zum Beispiel an der Truppmannausbildung 1 in Staufenberg teil, ein weiterer absolvierte die Truppmannausbildung 2. Außerdem wurden drei Feuerwehrleute zu Sprechfunkern und jeweils zwei zu Atemschutzgeräteträgern sowie Truppführern ausgebildet.

In der Jugendfeuerwehr engagieren sich derzeit zehn Kinder und Jugendliche. Ein umfangreiches Lehrprogramm und interessante Freizeitaktivitäten sorgen hier für den erforderlichen Feuerwehrnachwuchs, heißt es in der Mitteilung.

Als neuer Jugendfeuerwehrwart wurde Mark Plessmann aufgestellt. Daniel Henke wurde als sein Stellvertreter gewählt.  jes

Pressebericht HNA 07.02.2020

Freitag, 7. Februar 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

Baus erzählt von Promis

Hemelner „Kul-Türchen“ lädt für Sonntag ein

Hemeln – Der Verein Kul-Türchen auf dem Liederhof, Trift 24, lädt für Sonntag, 9. Februar, ab 17 Uhr unter dem Motto „Hemelner Sofa – Talk mit Werner Baus“ nach Hemeln ein, teilt Vorsitzender Peter Leppin mit.

Werner Baus: Das Bild zeigt ihn in seinem Musik-Radio und Kinomuseum in Helsa-Eschenstruth. Das Museum ist dauerhaft geschlossen. Foto: Brigitte Baus/nh

Werner Baus wird über seine Begegnungen mit zahlreichen Prominenten aus Film und Fernsehen erzählen. Seit 1957 sammelt er selbstspielende Musikinstrumente wie Spieluhren, Drehorgeln, elektrische Klaviere und Tonmöbel sowie Exponate der Kasseler Kinogeschichte.

Von sich selbst erzählt Baus, dass er anlässlich seiner Konfirmation im Jahr 1957 vom elterlichen Dachboden die großelterliche Spieluhr, aus dem Jahr 1895 holte, um sie den Gästen vorzuführen. Diese Spieluhr war sozusagen die Initialzündung zu seiner Sammlerleidenschaft. Erst im April 2019 wurde sein letztes Privatmuseum in Helsa-Eschenstruth geschlossen. Hunderte Dokumente der Kasseler Kinogeschichte sind in seinem Besitz. Im Laufe der letzten 47 Jahre als „Museumsmann“ sind über 300 Presseartikel über ihn erschienen. Der Eintritt ist frei, Spenden willkommen.  sta

HINWEIS vom Verein Kul-Türchen: Die Veranstaltung wurde aufgrund der Unwetterwarnungen auf den 1. März 2020 verschoben. Uhrzeit und Ort bleiben unverändert.

Pressebericht HNA 06.02.2020

Donnerstag , 06. Februar 2020, Mündener Allgemeine / Lokales

FILMDREH Kloster Bursfelde ist Schauplatz für Dokudrama “Wann darf man schießen?”

VON KIM HENNEKING

Hann. Münden – „Soll ich schießen?“, fragt Werner von Haeften. Es ist still im Raum. Dietrich Bonhoeffer, Wolf Dieter Zimmermann und seine Ehefrau blicken den Offizier wie erstarrt an. Er könnte Adolf Hitler ermorden. Aber das spräche gegen die christliche Überzeugung der Widerstandskämpfer, die in einem Pfarrhaus bei Potsdam im Jahr 1942 beisammensitzen. Doch sie ahnen, wenn sie nichts tun, könnte Schlimmeres passieren.

Bei den Dreharbeiten im Kloster Bursfelde: Dietrich Bonhoeffer (Matthias Koeberlin), Werner von Haeften (Philippe Goos), Wolf-Dieter Zimmermann (Jacob Benkhofer) und Ehefrau Zimmermann (Patrizia Ilies) stellen sich die Frage: Darf man schießen, um Schlimmeres zu vermeiden? Fotos: Kim Henneking

Diese Szene spielt im Film mit dem Arbeitstitel „Mit Gott gegen Hitler“. Der Raum befindet sich im Kloster Bursfelde, dort wird zurzeit ein Dokudrama über den christlichen Widerstand gegen das NS-Regime gedreht. Die Hauptrollen spielen Matthias Koeberlin, der den evangelischen Pfarrer Dietrich Bonhoeffer verkörpert, und der Göttinger Theaterschauspieler Nikolaus Kühn, als katholischer Prior Laurentius Siemer.

In dem Widerstandskämpfer Bonhoeffer, der 1945 in einem KZ ermordet wurde, sieht Matthias Koeberlin einen mutigen und vorausschauenden Mann. „Ich freue mich, dass ich ihm ein Gesicht geben darf.“ In Zeiten, wo Menschen mit vergiftenden Tendenzen wieder Gehör finden, müsse man sich mit solchen Personen und Geschichten auseinandersetzen „und dem rechten Geschmeiß Kante zeigen“, sagt Koeberlin. Die Schuldfrage sei ein Dilemma für Bonhoeffer, sagt der Schauspieler: „Er versteht, es gibt Situationen, da kann ich nicht schuldfrei rauskommen.“

Weniger bekannt als Bonhoeffer ist Laurentius Siemer. Nikolaus Kühn, Schauspieler am Deutschen Theater Göttingen, spielt den Provinz-Prior, der den Krieg überlebte. „Für mich ist er ein wunderbarer stiller Held“, sagt Kühn über Siemer. Er habe sich nicht korrumpieren oder einengen lassen. „Was das ausgerichtet hat, sei dahingestellt“, sagt der Göttinger, der in Leipzig geboren und aufgewachsen ist. „Ich bin ein Wendekind, da gab es viele stille Helden.“ Für die Gesellschaft sei es wichtig, neben Bonhoeffer und Stauffenberg auch so jemanden zu hören.

In der Tat soll der Film nicht die Geschichte Dietrich Bonhoeffers erzählen, sagt Würzberg. Im Fokus stehe der christliche Widerstand und die zentrale Frage „Soll ich schießen?“. In 45 Minuten spannt die Dokumentation einen Bogen von 1929 bis Kriegsende 1945. „Es ist eine innere Reise vom preußischen Gehorsam zum Widerstand“, beschreibt Neumann den Konflikt der historischen Figuren.

Die Schauspieler mit dem Produktionsteam: Jacob Benkhofer (von links), Patrizia Ilies, Philippe Goos, Jochen Coldewey (Nordmedia), Tom Bresinsky (Kamera), Matthias Koeberlin, Ingo Helm (Regie), Anja Würzberg (NDR), Nikolaus Kühn, Thorsten Neumann (Produzent) und Harald Wegener (Komparse).

Die Dreharbeiten werden diese Woche abgeschlossen. Als Drehort habe sich das Kloster Bursfelde wunderbar geeignet, so Würzberg. „Die Räume wurden scheinbar nicht verändert“, sagt die Redakteurin. Für das Set wurden keine weiteren Möbel in das Geistliche Zentrum im Mündener Ortsteil transportiert. Außerdem werden dort täglich Gebete von Bonhoeffer gesprochen.

In den letzten Drehtagen herrscht im Kloster ein reges Treiben. Die Komparsen aus der Region – zu ihnen gehört auch Mündens Bürgermeister Harald Wegener – beobachten den Filmdreh und warten in Anzügen aus den 40er-Jahren im Eingangsbereich auf ihren Einsatz. Während der Aufnahmen im oberen Stockwerk herrscht Stille im ganzen Haus. Auf der Treppe steht eine Frau mit Mikrofon und ruft streng um Gehorsam, wenn jemand das Gebäude betritt: „Ruhe, wir drehen!“.

Dann ist ein Klatschen aus dem ersten Stock zu hören. Zwei Darsteller haben ihre letzte Szene abgedreht. Bald sind die Freiwilligen aus dem Raum Münden dran. Vielleicht erkennen die Zuschauer sie bei der Ausstrahlung im Hintergrund der Handlung.

Service: Der Film wird für den NDR produziert und dauert 45 Minuten. Er wird am 4. Mai um 23.30 Uhr im Ersten ausgestrahlt.